Traue keiner Statistik,

die du nicht selbst gefälscht hast.
Auf der Seite der International Atomic Energy Agency (IAEA) wird tapfer der Versuch unternommen, den Niedergang der Atomkraft zu verschleiern. Obwohl alle japanischen Atomkraftwerke seit ein paar Jahren außer Betrieb sind, werden in der Statistik noch 43 Reaktoren als „operational“ aufgeführt. Für 2016 wird angegeben, dass in den USA ein Reaktor ans Netz angeschlossen wurde. Dieses AKW war seit 1973 (!) in Bau und wurde nach nur 2 Tagen aufgrund technischer Probleme wieder vom Netz genommen (Quelle: sonnenseite.de). Trotzdem taucht es in der Statistik unter „in operation“ auf. Und wenn man es noch so verzerrt darstellt, trotz jahrzehntelanger Subventionierung ist Atomkraft ein Auslaufmodell. Und das aus überwiegend wirtschaftlichen Gründen.

100 % Erneuerbare Energien sind möglich

Windrad NSG Siesack DortmundSeit diesem Jahr hat es Costa Rica geschafft, sich zu 100% mit Strom aus erneuerbaren Energieformen zu versorgen. Sie machen sich dadurch unanbhängiger  von Importen fossiler Energieträger und für die Verbraucher ist der Strompreis um 12 % gesunken. Seit dem letzten Jahr hat bereits die Insel El Hiero ihre Stromversorgung komplett auf Erneuerbare Energien umgestellt. (www.heise.de/tp/news/100-Oekostrom-in-Costa-Rica-2583976.html)
Dass sich diese Entwicklung nicht auf winzige Inseln und kleine Länder beschränkt, zeigen die die jährlich wachsenden Ausbauraten für Sonnen- und Windenergie. Allein 2014 sind mehr als 50.000 Megawatt Windenergie und mehr als 40.000 MW Photovoltaik neu installiert worden. Das übertrifft alle Prognosen um ein Vielfaches (globalmagazin.com/blog/energierevolution-geht-schneller-als-vorgestellt/).

Kostenexplosion bei AKW Hinkley Point C

Wenige Tage nachdem die EU-Kommission die Milliarden-Subventionen für das Atomkraftwerk Hinkley Point C durchgewunken hat, wird bekanntgeben, dass die Baumaßnahmen gar nicht 18 Milliarden, sondern 34 Miliarden verschlingen werden. Uuuppps, wie konnte das passieren?
s. http://www.iwr.de/news.php?id=27328
Erfreulicherweise hat Frankreich gleichzeitig bekanntgegeben, dass es seinen Atomanteil bis 2025 von derzeit 75 % auf 50 % reduzieren und stattdessen auf Erneuerbare Energien setzen will. Die Fakten sprechen für sich.
s. http://www.iwr.de/news.php?id=27330

Gutachten zum EEG

Ein von der Bundesregierung beauftragtes Expertenteam rät zur Abschaffung der Ökostromförderung. Angeblich sei es „weder ein kosteneffizientes Instrument für den Klimaschutz, noch bewirke es einen messbaren Zugewinn an neuen Technologien“ (Quelle: zeit.de). Was sich dem entgegnen liesse:

  • 65 Länder haben mittlerweile Fördersysteme nach dem Vorbild des EEG (Quelle: www.eeg-aktuell.de).
  • Die Wirkungsgrade der Solarzellen sind in den letzten 20 Jahren kontinuierlich verbessert worden.
  • Die Kosten für Solaranlagen sind von 2006 bis 2013 um 67% gesunken (Quelle: solarserver.de).
  • Bei der Windenergie stieg die durchschnittliche Anlagengröße von 172 kW (1990) auf 2600 kW (2013) (Quelle: windmonitor.de). Und das wird als „keine messbare Innovationswirkung“ beschrieben ?!
  • 2011 konnten durch die Erneuerbaren 6 Milliarden Euro für den Import von fossilen Energieträgern eingespart werden.

Es spricht überhaupt nichts dagegen, die Förderung von Erneuerbaren Energien kontinuierlich weiterzuentwickeln. Aber dann sollte man auch bei den Subventionen für Kohle und Atom die gleichen Maßstäbe anlegen.

Subventionen für fossile Energieträger

Die Verlogenheit der Diskussion über die Kosten der Energiewende lässt sich auch an den Daten aufzeigen, die die Internationale Energieagentur (IEA) in ihrem Weltenergiebericht für 2012 veröfentlicht hat. Zitat (tagesschau.de):
„Nach Berechnungen der Energieagentur flossen 2012 weltweit Subventionen in Höhe von 544 Milliarden US-Dollar in die alte fossile Energieversorgung. Erneuerbare Energien wurden vergleichsweise zurückhaltend mit 101 Milliarden Dollar gefördert.“