Die Nachtigall stirbt aus in Dortmund

Ornithologischer Jahresbericht DO 2017 Deckblatt Und wir sind die Buchhalter ihres Niedergangs. Der neue Jahresbericht für 2017 ist fertig und kann hier heruntergeladen werden: Ornithologischer Jahresbericht 2017 für Dortmund.
Es ist der 10. Bericht in Folge und wir dokumentieren Jahr für Jahr wie immer mehr Arten in Dortmund verschwinden oder vom Aussterben bedroht sind. Es passt zu dem deutschlandweiten Trend. Laut NABU („Naturschutz heute“, Ausgabe Winter 2018) hat Deutschland zwischen 1998 und 2009 etwa 12,7 Millionen Vogelbrutpaare verloren. Und diese Etnwicklung hat 2009 nicht aufgehört. Mittlerweile werden es ein paar Millionen mehr sein.

Wir alle können es sehen – was machen wir dagegen?

Windkraft im Ruhrgebiet

Letztes Jahr stand ich auf der Halde bei Deusen und konnte nur in Richtung Westen blickend 25 Windräder zählen, mit dem Fernglas sogar knapp 60. In unserem ohnehin schon völlig verbauten Ruhrgebiet. Hier läuft offensichtlich etwas schief. Ich befürworte die Nutzung der Windenergie, sehe aber auch immer mehr die Auswüchse eines gedankenlosen Ausbaus.

Seit 2013 sind in Deutschland jedes Jahr etwa 5000 Megawatt [MW] Windenergie neu installiert worden. Das ist eine immense Steigerung gegenüber den Vorjahren. Und was macht die Wind-Branche? Sie jammert, sie würde abgewürgt. Das ist eine dreiste Lüge in Anbetracht der tatsächlichen Datenlage.

2017 war ein Allzeit-Rekordjahr beim Ausbau der Windkraft in Deutschland. Allein an Land wurden Windräder mit einer Leistung von 5.334 MW neu errichtet.
(Quelle: https://www.wind-energie.de/sites/default/files/attachments/page/statistiken/factsheet-status-windenergieausbau-land-2017-online.pdf)

Beispiele aus anderen Ländern zeigen, dass durch ein kontinuierliches Repowering die installierte Leistung und der reale Ertrag problemlos gesteigert werden können, ohne immer mehr Flächen zu verbrauchen. mehr…

Groppenbruch – Résumé 2017

2017 konnte ich 80 Vogelarten im Groppenbruch beobachten, darunter waren Braunkehlchen, Eisvogel, Gelbspötter und Steinschmätzer. Eine Nachtigall war erneut nicht zu hören. Auch die Kiebitze haben nicht mehr auf den Feldern gebrütet. Möglicherweise sind sie tatsächlich von dem Windrad auf der Halde Achenbach vertrieben worden. Für die Halde Groppenbruch verheißen die Planungen auch nichts Gutes. Dann wird wohl einer der letzen Brutplätze der Feldlerche in Dortmund zerstört werden.

Oh Tannebaum

Passend zu Weihnachten wurde soeben eine Studie über Weihnachtsbaumkulturen veröffentlicht. Im aktuellen Heft von „Der Falke“ werden die Ergebnisse einer Studie vorgestellt, die sich mit der Artenvielfalt im Weihnachtsbaumkulturen befasst. Und dabei kommen die Verfasser zu einem erstaunlichen Ergebnis. Obwohl es sich um Monokulturen in Intensivwirtschaft handelt, haben sie sich zu einem wichtigen Brutgebiet für bedrohte Vogelarten entwickelt.
Hier kann man den Artikel online aufrufen: „Weihnachtsbaumkulturen im Hochsauerland“

Besuch aus Sibirien

Gestern war auf dem Südwest-Friedhof ein seltener Gast zu sehen. Ein Gelbbrauen-Laubsänger wuselte gemeinsam mit Goldhähnchen in einem Baum herum. Der Vogel ist eigentlich in Asien beheimatet. Einzelne Irrläufer (bzw. -flieger) erfreuen aber jedes Jahr die Vogelgucker in Deutschland mit ihrer Anwesenheit.