Explosion im ChemPark Leverkusen

Am 27.7.2021 fand eine Explosion im Chempark Leverkusen statt. Ein Tanklager mit chlorierten Lösungsmitteln war in Brand geraten. Bislang sind 5 Tote und 31 Verletzte zu beklagen. Die Anwohner der umliegenden Stadtteile wurden giftigen Abgasen ausgesetzt. Spielplätze und Gärten sind dauerhaft kontaminiert.

Und was macht die überregionale Presse daraus? Eine Randnotiz. Am Dienstag wurde noch darüber berichtet. Danach verschwand das Thema aus den Schlagzeilen und wurde von dem üblichen Corona-Gedudel verdrängt. Lediglich der WDR berichtet noch darüber. Niemand stellt den Verantwortlichen in der Politik unbequeme Fragen.

Wie war das noch mal mit dem „Entfesselungspakt“, den Laschet und Lindner mit der Unermüdlichkeit von tibetanischen Gebetsmühlen daherbeten? Weg mit den blöden Auflagen, die die Industrie drangsalieren? Wirklich? Das kann ja noch spannend werden, wenn die Herren erst mal im Kanzleramt sitzen. Die werden’s dann so richtig krachen lassen.

Dass es keine 100-prozentige Sicherheit gibt, mag den Familien der Opfer und den betroffenen Anwohnern als zynische Phrase erscheinen. Gleichzeitig ist die Frage berechtigt, ob ein derartiges Ausmaß hätte verhindert werden können.

 

Erftstadt trauert – und Laschet lacht

Bundespräsident Frank Walter Steinmeier und Ministerpräsident Armin Laschet besuchten in dieser Woche die von Hochwasser zerstörte Stadt Erftstadt. Während der Rede von F. W. Steinmeier vertrieb sich Herr Laschet die Langeweile mit Späßchen und Gelächter.
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2021-07/armin-laschet-frank-walter-steinmeier-erftstadt-lachen-entschuldigung?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.startpage.com%2F
Bei jemandem in seiner Position sollte man ein halbwegs angemessenes Benehmen erwarten können. Stattdessen gibt er die Ulknudel. Herr Laschet kann wohl besser Karneval als Kanzler.

Die Klima-Lusche

Campact Laschet

Quelle: https://www.campact.de/union/

Während die Vertreter des deutschen „Qualitäts-Journalismus“ genüßlich Annalena Baerbock vor sich hertreiben, weil sie – UNERHÖRT! – ein paar piepsige Sätze schlecht zitiert hat, können die Herren von der CDU ungestört ihren Machenschaften nachgehen, z. B. mit Masken-Deals Millionen ergaunern, mit Managern von Wirecard und anderen Sympathieträgern kungeln oder jahrelang sehenden Auges Bankern erlauben, mit CumEx-Geschäften unsere Gesellschaft um Milliarden zu bestehlen .
Armin Laschet  ist besonders aktiv, wenn es darum geht, Bürgerrrechte einzuschränken und den Klimaschutz zu sabotieren. Hier eine kleine Auswahl:

Bei der geplanten Novellierung des Landesnaturschutzgesetzes sollen die Landschaftszerstörung beschleunigt und die Rechte der Naturschutzbeiräte eingeschränkt werden. (https://www.bund-nrw.de/presse/detail/news/cdu-und-fdp-wollen-buerger-engagement-im-naturschutz-schwaechen/)


Die CDU/FDP-Regierung plant ein neues Versammlungsgesetz, das die Durchführung von Demonstrationen erschweren wird. Je nach Auslegung kann so die Versammlungsfreiheit eingeschränkt werden.
(https://www.deutschlandfunk.de/proteste-in-nordrhein-westfalen-warum-das-geplante.2897.de.html?dram:article_id=499521)


Ende April 2021 wurde die Novelle des Landeswassergesetztes verabschiedet. Auch diese Maßnahme unterstreicht die Unfähigkeit der CDU-FDP-Regierung. Zentrale Verschlechterungen aus Sicht der Naturschutzverbände sind (Quelle Naturschutz heute, Sommer 2021 und https://wassernetz-nrw.de/2021/04/30/novelle-des-landeswassergesetzes-verabschiedet/):

  • Aufgabe der Befristung gehobener Erlaubnisse
  • Unverhältnismäßige pauschale Bevorzugung von Wasserkraftanlagen gegenüber den Zielen der Wasserrahmenrichtlinie
  • Streichung der Regelungen zu Gewässerrandstreifen
  • Aufhebung des Abgrabungsverbotes in Trinkwasserschutzgebieten
  • Aufweichung der Regelungen für Abwasserreinleitungen
  • Streichung des Vorkaufsrechts zur Flächengewinnung für Gewässersanierungen
  • Streichung der Festsetzung und vorläufigen Sicherung von Überschwemmungsgebieten

Dann schleimt sich Herr Laschet bei Rasern ein und behauptet, ein Tempo-Limit sei nicht erforderlich. Obwohl eine Studie des Umweltbundesamtes von 2020 belegt, dass dadurch 1,9 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden können. (https://www.tagesspiegel.de/politik/debatte-um-klimaschutz-forscher-widersprechen-laschet-beim-tempolimit-130/27385830.html) Von der Reduzierung der Verkehrstoten und -Verletzten mal ganz abgesehen.


Ende des Jahres soll die Energieagentur NRW abgeschafft werden. Sie berät Kommunen und Unternehmen zur Energiewende.
s. https://www.erneuerbareenergien.de/politik/klimapolitik/energiepolitik-nrw-zerschlaegt-energieagentur


Bereits 2017 wurde die Stabsstelle zur Bekämpfung von Umweltkriminalität aufgelöst. Sie hat entscheidend an der Aufdeckung des PCB-Skandals der Firma Envio (damaliger Geschäftsführer Dirk Neupert) in Dortmund mitgewirkt.


2018 wurde Hambacher Forst geräumt. Einer der größten (und damit wohl auch teuersten) Polizei-Einsätze in NRW und ein kleiner Freundschaftsdienst für den Kohle-Konzern RWE.


Ach ja, und da waren noch die Millionenaufträge der NRW-Regierung für Schutzkleidung bei der Modefirma, die zufällig Werbepartner von dem Mode-Influencer Joe Laschet ist. Ohne vorherige Ausschreibung – ein Verstoß gegen EU-Recht. https://www.spiegel.de/panorama/armin-laschet-und-die-van-laack-affaere-vergabeanwaelte-kritisieren-nrw-regierung-a-4e6a1638-2ce0-4d88-bc92-58cdc10b3979


Wer es geschafft hat, Markus Söder locker flockig beiseite zu treten, der ist nicht der putzige kleine Hobbit, der er zu sein vorgibt, sondern ein knallharter Machtmensch. An seinen Taten kann man ihn erkennen. Eine rückwärtsgewandte, reaktionäre, innovationsfeindliche Politik.

Nachtrag 16.7.2021: „Entfesselungspakt“
2017 sind CDU/FDP mit der Androhung eines „Entfesselungspaktes“ für NRW angetreten. Was Entfesselung bedeutet, kann man ganz aktuell an den furchtbaren Bildern der von entfesselten Wassermassen zerstörten Orte in NRW und Rheinland-Pfalz sehen. Und wir stehen nach knapp vier Jahren CDU/FDP-Regierung in NRW vor den Trümmern der entfesselten Politik von Armin Laschet und seinen neoliberalen Kollegen.

Alles für die Katz

In der südlichen Innenstadt gibt es eine Stelle, wo kontinuierlich Meisenknödel in bemerkenswerter Dichte aufgehängt werden. Die Vögel der Umgebung müssen „gut in Futter“ sein. Das ist den Katzen nicht entgangen. Da hocken sie dann und warten darauf, dass ihnen eine mopsige Meise direkt vor die Tatze fliegt. Wo bleibt da der Sportsgeist?

Rosa Luxemburg und das Vogelsterben

Am 15. Januar vor 102 Jahren wurde Rosa Luxemburg von rechten Verbrechern ermordet. Die Erinnerung an diese mutige und großartige Frau bleibt bis heute lebendig. Vor allem ihre politische Arbeit. Weniger bekannt ist vielleicht, dass sie eine große Naturliebhaberin war und sich auch gerne mit naturwissenschaftlichen Themen befasste. Bei der Suche nach einem passenden Zitat stieß ich auf folgendes, das mich etwas fassungslos machte:

Gestern las ich gerade über die Ursache des Schwindens der Singvögel in Deutschland: es ist die zunehmende rationelle Forstkultur, Gartenkultur und der Ackerbau, die ihnen alle natürlichen Nist- und Nahrungsbedingungen: hohle Bäume, Ödland, Gestrüpp, welkes Laub auf dem Gartenboden – Schritt für Schritt vernichten. Mir war es so sehr weh, als ich das las. Nicht um den Gesang für die Menschen ist es mir, sondern das Bild des stillen unaufhaltsamen Untergangs dieser wehrlosen kleinen Geschöpfe schmerzt mich so, daß ich weinen mußte.

Wronke, 2. Mai 1917

Seit über 100 Jahren sehen wir uns an, was wir so treiben, tun dann mal ein bißchen betroffen und machen weiter wie bisher. Letztendlich zerstören wir damit unsere eigenen Lebensgrundlagen.

Flockdown in Dortmund

Schnee ist für Dortmund zumindest optisch ein großer Gewinn. Das eine oder andere sonst recht schmuddelige Eckchen wird dadurch aufgehübscht. Außerdem bringt er gefiederte Gäste nach Dortmund, die in einem der üblichen puscheligen Winter hier nicht unbedingt anzutreffen sind. So sieht man dann Erlenzeigsige, Bergfinken und als absoluter Knüller kreist auch schon mal ein Raufußbussard aus dem hohen Norden über der Innenstadt. Selbst Rohrammern und Wiesenpieper stapfen durch den Schnee. An der Emscher steht wieder der 2012 in Mecklemburg-Vorpommern beringte Kormoran.

Groppenbruch – Résumé 2020

2018 wurden 82 Vogelarten im Groppenbruch beobachtet. Erfreulicherweise brüteten erneut Feldlerchen auf der Halde Groppenbruch. Im Gebiet rasteten Steinschmätzer, Braunkehlchen, Wiesenpieper und sogar eine Weihe.

Icarus – Untersuchungen zum Vogelsterben

Ein Film über ein internationales Projekt, das durch die Auswertung von Daten besenderten Amseln und Drosseln Erkenntnisse ermitteln will, die das weltweite Vogelsterben erklären sollen.
Meiner Meinung nach, werden sie nur bestätigen, was eh jeder weiß: Dass unsere ungebremste Umweltzerstörung den Tieren die Lebensgrundlagen entzieht – und letztendlich auch den Menschen.
Und nein, es sind nicht die Raben, die an allem Schuld sind.

Gestern im Groppenbruch

Südliche Mosaikjungfer

Südliche Mosaikjungfer

Gestern konnte ich im Groppenbruch eine Südliche Mosaikjungfer beobachten. Eine wunderschöne Libelle mit himmelblauen Augen und eine Erstsichtung für den Groppenbruch. Sie ist eine Wanderlibelle, die bevorzugt im Mittelmeergebiet lebt. In NRW wird sie seit den 1990er Jahren verstärkt beobachtet. Die wärmeren Sommer der letzten Jahre fördern ihre Ausbreitung.

Volksinitiative Artenvielfalt – Mehr Lebensqualität für Mensch und Insekt

NABU-Garten-2017-Phaenolobus-Terebrator

Phaenolobus Terebrator

Dieser Aufruf vom BUND Dortmund soll auf die die Volksinitiative Artenvielfalt aufmerksam machen. Bitte unterschreiben Sie. Jede Stimme zählt. Was den Insekten nützt, nützt auch den Menschen.

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,
mit einer Aktion vor dem Landtag in Düsseldorf haben wir gemeinsam mit NABU und LNU heute (23. Juli) den Startschuss für die landesweite Volksinitiative Artenvielfalt gegeben. Unter dem Motto „Insekten retten – Artenschwund stoppen“ sollen in den nächsten Monaten mindestens 66.000 Unterschriften gesammelt werden. Dann muss sich der NRW-Landtag mit der Volksinitiative beschäftigen. In acht zentralen Handlungsfeldern fordern wir einen deutlichen Politikwechsel. Konkret einen Stopp des Flächenfraßes, mehr Waldflächen ohne Nutzung, die Ausweitung des Biotopverbundes und die Ausweisung eines Nationalparks Senne. Auch muss der ökologische Landbau deutlich ausgeweitet, ein Verbot chemisch-synthetischer Pestizide in Naturschutzgebieten durchgesetzt sowie Gewässer und Auen wirksam geschützt werden.
Auch in Dortmund beginnen wir ab sofort mit der Sammlung von Unterschriften. Schon bis zur Kommunalwahl am 13. September wollen wir eine möglichst große Anzahl an Unterschriften zusammenbekommen, um die Landesregierung und die politische Debatte auf das Thema Artenvielfalt zu richten. Hierzu planen wir diverse Infostände und Aktionen, u.a. am 8. Und 22. August an der Reinoldikirche. Hier können auch Unterschriften geleistet oder fertig ausgefüllte Listen abgegeben werden.
Unterschriftsbögen können auf der Internetseite www.artenvielfalt-nrw.de heruntergeladen und doppelseitig (!) ausgedruckt, ausgefüllt und per Post an das Kampagnenbüro (Postfach 19 00 04, 40110 Düsseldorf) geschickt werden.
Eine zentrale Sammelstelle in Dortmund befindet sich im NABU-Insektengarten in der Kleingartenanlage Dortmund-Nord, Eberstraße 46 (1. Garten links, Garten Nr. 85). Der Garten ist jeden Sonntag in der Zeit von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Auch im AGARD-Naturschutzhaus im Westfalenpark liegen Listen und Infomaterial während der Öffnungszeiten aus: www.agard.de