Lauter Limis

Zur Zeit ziehen einige Watvögel (Limikolen) durch Dortmund. Sie tanken hier noch mal auf für die lange Reise in den Süden. Der Kiebitzregenpfeifer brütet in der arktischen Tundra und kann bis nach Südafrika ziehen, um dort zu überwintern. Im 19. Jahrhundert galt die Bekassine noch als Allerweltsvogel. Heute steht sie in Deutschland auf der Roten Liste und ist vom Aussterben bedroht. Der Sichelstrandläufer gehört genau wie die Bekassinen zu den Schnepfenvögeln und verdankt seinen Namen den langen gebogenen Schnabel. Kampfläufer-Männchen tragen während der Brutzeit Schmuckfedern, die sie stark aufplustern können. Das sieht ziemlich abgefahren aus. Eine gewisse Ähnlichkeit mit Ludwig XIV. lässt sich nicht leugnen. Leider haben sich so noch nicht in Dortmund gezeigt. Beim Sandregenpfeifer geht man davon aus, dass er durch die Klimaerwärmung bis zum Ende dieses Jahrhunderts zwei Drittel seines Lebensraumes in Europa verlieren wird. Auch für den Grünschenkel liegen ähnliche Prognosen vor. Aber noch können wir ihren Anblick genießen und ihnen Lebensraum zum Rasten bieten.

Gestern im Groppenbruch

Gestern im Groppenbruch zeigten sich zwei Vogelarten, die deutliche Nutznießer der Bach-Renaturierungen sind, der Eisvogel und die Gebirgsstelze. Für die Dortmunder Eisvögel haben sich die letzten milden Winter auch sehr positiv ausgewirkt. Die Greifvögel ziehen, so auch ein Wespenbussard. Der örtliche Mäusebussard leistete mir ein wenig Gesellschaft. Ein recht lädierter Feldsandlaufkäfer erwies sich noch als erstaunlich agil.

Huschende Hühnchen im HRB

Eigentlich ist die Wasserralle gar kein Huhn, erinnert aber entfernt daran. An mehreren Stellen kann man sie zur Zeit im HRB beobachten. Der Limikolenzug ist im vollen Gange, was uns Grünschenkel, Bruchwasserläufer und sogar Kampfläufer beschwert. Der Eisvogel ist nun auch wieder häufiger dort. Die Heidelibellen versuchen in Obeliskhaltung die Hitze zu ertragen.

Neulich im HRB Mengede

Im HRB Mengede rasten immer noch ein paar Kiebitze. Für die Teichhühner, Blässhühner und Zwergtaucher ist das Brutgeschäft noch lange nicht abgeschlossen. Ein sehr seltener Gast war eine Schwarzkopfmöwe unter etwa 700 Lachmöwen. Die Emscherkunst ist um ein Kunstwerk reicher. Die Dünen-Sandlaufkäfer flitzten durch die Gegend. Die Heuschrecken hielten Versammlungen ab, darunter auch eine mit dem charmanten Namen „Roesels Beißschrecke“. Andere Heuschrecken hingen zwar nicht tot überm Zaun, aber doch tot an der Dolde und stießen bei den Fliegen auf reges Interesse.

Insekten im Groppenbruch

Insekten im HRB Mengede

Haubentauchernachwuchs am Phönixsee


Immer, wenn man denkt,die Brutzeit sei gelaufen, kommt noch jemand mit Nachwuchs um die Ecke. So wie hier am Phönixsee, wo ein Paar Haubentaucher seine Küken versorgt. Hier ist mir zum ersten Mal aufgefallen, dass sie ihre Küken mit eigenen Federn füttern. Angeblich um deren Verdauungsorgane an spitze Dinge wie z. B. Fischgräten zu gewöhnen.

Mauersegler im Kreuzviertel

Im Kreuzviertel sind im Mai/Juni Altbauten der Spar- und Bauverein eG renoviert worden. Wie bereits bei Renovierungen 2014 der gwg Dortmund geschehen, hat man auch hier wieder an die Mauersegler gedacht und ihnen ein Plätzchen unter der Traufe zugestanden. 10 dezente Öffnungen, für Menschen kaum sichtbar. Aber die Mauersgler haben sie entdeckt und bereits 5 von ihnen besetzt. Da hat der Spar- und Bauverein mit dem richtigen Slogan für seine Renovierungsarbeiten geworben.

Dinge, die die Welt nicht braucht

Bienensterben

Bienensterben

Aldi-Nord verkauft heute Elektrische Insektenvernichter. Sie sollen „das Aufkommen von Fluginsekten reduzieren“. WOZU? Im Januar diesen Jahres hat der NABU auf einen drastischen Rückgang der Fluginsekten hingewiesen. In NRW sei in den letzten 15 Jahren die gemessene Biomasse der Fluginsekten um bis zu 80 % zurückgegangen. Insekten, die nun in der Nahrungskette und beim Bestäuben u. a. unserer Kulturpflanzen fehlen. Aber Aldi verkauft Insektenvernichter. Und das auch noch mit dem Hinweis „Nur für den Einsatz im Innenbereich, um gefährdete Insekten zu schützen“. Willkommen in Absurdistan.

Traue keiner Statistik,

die du nicht selbst gefälscht hast.
Auf der Seite der International Atomic Energy Agency (IAEA) wird tapfer der Versuch unternommen, den Niedergang der Atomkraft zu verschleiern. Obwohl alle japanischen Atomkraftwerke seit ein paar Jahren außer Betrieb sind, werden in der Statistik noch 43 Reaktoren als „operational“ aufgeführt. Für 2016 wird angegeben, dass in den USA ein Reaktor ans Netz angeschlossen wurde. Dieses AKW war seit 1973 (!) in Bau und wurde nach nur 2 Tagen aufgrund technischer Probleme wieder vom Netz genommen (Quelle: sonnenseite.de). Trotzdem taucht es in der Statistik unter „in operation“ auf. Und wenn man es noch so verzerrt darstellt, trotz jahrzehntelanger Subventionierung ist Atomkraft ein Auslaufmodell. Und das aus überwiegend wirtschaftlichen Gründen.